Die Ernennung zum Archomagus

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Die Ernennung zum Arcomagus

Seit dem Tode Rohezals vom Amboß und Carolan Schlangenstabs weilen nurmehr noch sieben gekürte Erzmagier auf Deren, doch es scheint, daß Sterne und Kraft uns gebieten, einen weiteren Magus mit dieser Ehre zu würdigen: Nachdem eine Sternkonstellation am Firmament (trianguale Exposition von Horas, Simia und Madamal in Schlange, Fuchs und Kelch) als Omen für eine neue arkane Aszendenz in den Kreis der Hochmagier gedeutet wurde, trat zum Prüfungsfest am 30. EFF im Pentagrammaton zu Punin das Gremium honoris zusammen. Gemäß alter Tradition debattierte das aus Gildenräten, namhaften Magici jeder Ausrichtung und geheimen Beisitzern bestehende Kolloqium sieben Tage und Nächte über geeignete Kandidaten. Jede Parteiung wollte sich berücksichtigt sehen und untergrub adversative Positionen. Endlich verkündete der Sprecher des Gremiums, M.M. Sirdon Kosmaar, die Namen der drei erwählten Aspiranten: Spect. Pernizia Berlinghân, Hochmeisterin des Ordens der Schlange der Erkenntnis und begnadete Schriftgelehrte (BdWP); M.M. Dschelef ibn Jassafer, Großmeister der Elementarbeschwörung (GGGdG) und M.M. Aleya Ambareth, Sphärologe und Magierphilosoph (GGGdG) mögen sich zum Erleuchtungsfest in Punin einfinden, wo sie sich dem Ritus der Großen Astralemanation (auch bekannt als Basilius-Prüfung) zu unterwerfen haben...
Auszug aus dem aventurischen Bote Nr.78

Prinzipiell kann jeder Magier und jede Magierin zum Arcomagus oder zur Arcomaga aufsteigen (in weniger gebildeten Kreisen wird häufig auch vom Erzmagier gesprochen; häufig zu finden ist die Schreibweise Archomagus). Mitglieder des Gremium honoris sind die drei Convocata Primae der drei Magier-Gilden mit je einem beratendem Beisitzer, sowie 6 weitere führende Persönlichkeiten der Magiergilden, jeweils zwei weiße, zwei graue und zwei schwarze Gildenzugehörige. Diese sechs weiteren Magier sind traditionell Vertreter der führenden Akademien, zumeist deren Spektabilitäten.
Fernerhin wird bei der Besetzung des Gremiums darauf geachtet, daß keine magotheoretische Richtung über- oder unterproportional vertreten ist, und möglichst alle Ländern Aventuriens mindestens einen Vertreter stellen.
Allein schon die Zusammenstellung des Gremiums ist also eine höchst politische und diplomatisch äußerst verzwickte Angelegenheit.

Gegenstand der Prüfung durch das Gremium ist nun die Frage, ob der Kandidat in den erlauchten "Kreis der Wenigen" aufsteigen soll oder nicht. Dazu wird zunächst einmal geprüft, ob er die Mindestauflagen für die Ernennung erfüllt:

  • Der Kandidat muß zumindest in den meisten Landstrichen Deres namentlich bekannt sein.

  • Der Kandidat muß auf mindestens einem arcanen Gebiet überproportional bewandert sein.

  • Der Kandidat sollte die Gesamtheit des arcanen Wissens durch eigene Forschung gefördert und vorangebracht haben. Dies kann sowohl durch Magotheoretische Grundlagenforschung, als auch durch Erfüllung eines Lehrauftrages geschehen sein

Mithin scheitern die meisten vorgeschlagenen bereits an diesen Mindestauflagen. Weitere Bewerber scheitern an den nun folgenden Querelen, zumeist politischer Natur, zwischen den einzelnen Gremien-Mitglieder, vor allem an den Disputen zwischen dem ‘schwarzen’ und dem ‘weißen’ Flügel des Gremiums.

Haben sich die Mitglieder des Gremiums wider Erwarten auf einen Kandidaten geeinigt (was natürlich leichter fallen würde, wenn zufällig drei Arcomagi zu benennen wären, weil dann jede Fraktion ihren Wunschkandidaten stellen könnte), so wird der Kandidat häufig mit einer Queste beauftragt.
Im Falle eines Erfolges dieser Queste, wobei er die Hilfe anderer (magieunkundiger) Persönlichkeiten beanspruchen darf, wird ihm der Titel eines Arcomagus verliehen.

Das Gremium honoris der drei Gilden hatte entschieden: Bis zur Abendsonne des 30. HES sollten die [...] Aspiranten auf den Titel des Archomagus im Elfenbeinturm zu Punin erscheinen, sonst verfielen alle Ansprüche...
Die Tradition der Basilius-Prüfung will es, daß die Erwählten bis zum nächsten Rad der Mada eine für Sterbliche nahezu impossible Queste erfüllen. Da es nun aber der Lauf der Zeit wollte, daß bereits am nächsten Tag der Vollmond strahlte, war die Aufgabe offenbar innerhalb des Pentagrammatons zu erfüllen. Puniner berichten, daß in dieser Nacht die Erde rumpelte und türkisblaue Nebel heimtückisch von der Akademie zum Yaquir zogen. Viele schreckten aus Traumphänomenen auf.
Als zu Sonnenaufgang die Große Astralemanation abgeschlossen war, wurde das Ergebnis verkündet: Meister Dschelef ibn Jassafer sei nun "nicht nur in seiner Elementarprofession, sondern auch im Titel Erzmagus" und der Achte im erlesenen Kreis der Wenigen neben Elcarna von Hohenstein, Haldana von Ilmenstein, Oswyn Puschinske, Racalla von Horsen-Rabenmund, Rakorium Muntagonus, Robak von Punin und Thomeg Atherion. Pro forma wird diese für seine Elementarmeisterschaft und den Kampf gegen die Schwarzen Horden zuteil gewordene Ehrung aber erst auf dem nächsten Allaventurischen Konvent gültig. Pernizia Berlinghân hingegen hatte versagt und wurde nach alter Sitte ob ihrer offenbaren Hybris ihrer Ämter entbunden und in den Stand einer Adepta zurückversetzt.
Auszug aus dem aventurischen Bote Nr.79

Ein spezieller Siegelring, dem einer Akademie ähnlich, bezeugt seine Zugehörigkeit zum "Kreis der Wenigen" und verleiht ihm gesonderte Rechte, die kein Magus, aber auch keine weltliche oder kirchliche Institution in Frage stellen würde.

Normalerweise wird dem Erzmagier alsdann von seinem Landesherren ein Lehen zur Verfügung gestellt, denn die Ernennung ‘seines’ Magiers erfüllt den Landesherren natürlich mit Stolz. In der Regel ist der Erzmagier fürderhin auch, zumindest nominell, vom Steuer- und Kirchenzehnten befreit, auch wenn natürlich erwartet wird, daß die Abgaben weiterhin gezahlt werden. Wie jeder Erzmagier genießt er vollkommene und unkontrollierte Reisefreiheit in allen Ländern Deres, er hat das Recht auf eine sofortige Audienz bei jeder Spektabilität und das Recht auf ungehinderten Zugang zu allen Quellen niedergeschriebenen Wissens. Er hat das Recht, jeden rangniederen Magier der eigenen Ausrichtung zu richten oder zurecht zu weisen und das Recht im Namen seines Landesherrn in seinem Lehen verbindliches Recht zu sprechen, oder gesprochenes Recht zu mildern oder zu verschärfen. Er hat zudem das Recht ungehindert an jedem Inquisitionsprozeß teilzunehmen und muß auf Verlangen angehört werden. Jede öffentliche Gewalt ist per jure zur Amtshilfe verpflichtet.

Die Verleihung des Titels ist unumkehrbar und erfolgt auf Lebenszeit. Einzig und allein den Göttern und seinem Gewissen ist der Arco Magicae Rechenschaft schuldig.

Auszug aus dem 'Lexikon der Magiohermetischen Terminologien', Academia Limbologica:


Archomagus, Archomaga; (auch Arcom.)
Titel für Magier, der nur auf einem Konvent durch Beschluss der Gildenräte verliehen wird und die erfahrensten Magae und Magi ehren soll. Anrede: Euer Magnifizenz.