ACADEMIA LIMBOLOGICA publicat
Opus veritatis scientiæque
25. Peraine im 30. Götterlauf nach Hal
LXXIX. Ausgabe


Die Möglichkeiten elementarer Transitionen am Beispiel des WINDHOSE

von Drakmore Eolan Cardin, Magus h.c.

Primo: Analyse des WINDHOSE

Zu Beginn meiner dissertatio möchte ich auf die Wirkungsweise des den Druiden lange bekannten Zauberspruches WINDHOSE eingehen. Er lässt in geringer Entfernung des Zaubernden starke Winde aufkommen, die sich auf einer Kreisbahn um eine imaginäre Achse drehen; diese Winde halten vielleicht 60 Herzschläge an. Es entsteht ergo etwas, was allgemein als Windhose bezeichnet werden kann; diese Phänomene besitzen natürlich auch je nach ihrer Größe eine gewisse Zerstörungskraft und ziehen alles und jeden in ihre Mitte, wo sie hilflos der Macht des Elements ausgeliefert sind. Der Durchmesser dieses elementaren Wirbels variiert mit dem Einsatz der Kraft, die der Zaubernde zu opfern bereit ist. Mir ist zu Ohren gekommen, dass in verzweifelten Situationen fähige Druiden unter Aufbietung all ihrer Kräfte oft Wirbel mit einem Durchmesser von Dutzenden von Schritt zu erschaffen in der Lage waren. In jenen gewaltigen Wirbelstürmen blieb der Zaubernde jedoch seltsamer Weise immer von allen Auswirkungen seines Zaubers verschont.

Ich möchte festhalten, dass es sich bei dieser Thesis - ich möchte sie so nennen, obwohl sie, soweit ich weiß, nirgends niedergeschrieben ist - nicht um die Herbeirufung eines Elements handelt, sondern um eine Verwandlung desselben, schließlich wird die Luft ja nur beschleunigt (so erzeugt sie den Wind) und nicht neu erschaffen bzw. eigens herangebracht. Außerdem kann man mit Fug und Recht diesen Zauber wohl als einen elementaren Wirbel bezeichnen, ähnlich der MAHLSTROM genannten Formel. Gewisse Probleme bringt die Schutzkomponente mit sich: Man kann davon ausgehen, dass jene lediglich das Aussetzen der Kräfte des Wirbels an jener Stelle bedeutet. Also eine gewisse Zone, in der Windstille herrscht. Wie aber ist es, wenn der Wirbel einen großen Radius besitzt und durch umherfliegende Gegenstände der Zaubernde durchaus verletzt werden könnte? Ein in die Windstille hinein geworfener Gegenstand sollte trotz des Aussetzen der erneuerten Beschleunigung dur! ch seine bisherige Geschwindigkeit den Zaubernden durchaus noch treffen können. Dies ist aber nicht der Fall, man muss ergo folgern, dass der Zaubernde auf eine gewisse Weise aktiv geschützt ist.

Nun ergeben sich für dieses Phänomen zwei Erklärungsmöglichkeiten:
ad primum: Es herrscht mehr als eine Windstille um den Zaubernden, eher eine Zone, in der die Winde den außen tobenden entgegengesetzt sind, zumindest so ausgerichtet und so stark sind, dass sie den Zaubernden effektiv zu schützen vermögen.
ad secundum: Der Wirbel ist von irgendwie "intelligenter" Natur, so dass er den Zaubernden "absichtlich" nicht schädigt. Hier ergäben sich wiederum zwei Deutungsmöglichkeiten: Der Zaubernde lenkt den Wirbel und in ihm wirkende Kräfte selbst so, dass er nicht zu Schaden kommt, oder eine elementare Wesenheit erzeugt den Sturm so, dass der Zaubernde unbeschadet bleibt.

Meine Forschungen haben gezeigt, dass die erste Möglichkeit ausgeschlossen werden kann: Der Wirbelsturm hat überall dieselbe Richtung und der Bereich, in dem schädigende Wirkungen eintreten, liegt direkt außerhalb der Kleidung des Zaubernden, wie eine OCULUS-Analyse ergab. Es existiert keine vermutete "Schutzschicht". 
Die Möglichkeit, dass ein Elementarwesen den Sturm lenkt - welche von mir persönlich sofort ausgeschlossen worden war, jedoch bestand Kollege Chronos von Fasar auf einem entsprechenden Experiment - liegt ebenso wenig vor: Es waren keine Anzeichen für die (unbewusste) Beschwörung eines Elementargeistes vorhanden, eine antimagische Entschwörungsformel behinderte den Zauber in keinster Weise.

Wir können also daraus schließen, dass der Zaubernde zu jeder Zeit vollste - wenngleich nur intuitive - Kontrolle über den Wirbel hat. Diese Kontrolle wird automatisch durch die Wirkung der im Zauber inbegriffenen Matrices so umgeleitet, dass der Zaubernde sich selbst beschützt. Die Tatsache, dass der Wirbel vom Zaubernden eine kurze Distanz bewegt werden kann, spricht dafür.

Ich halte summa summarum fest, dass der WINDHOSE eine Verwandlung einer bereits bestehenden Menge eines Elements ist, zu jeder Zeit unter der Kontrolle des Zaubernden. Größtes Problem eines der WINDHOSE ähnlichen Zaubers im Bereich des Elements Feuer dürfte also die Invocierung desselben sein.

Secundo: Der MAHLSTROM

Eine weitere Formel aus dem druidischen Formelschatz, auf die ich die Aufmerksamkeit des geneigten Lesers richten möchte, ist der MAHLSTROM genannte Zauber. Hierbei handelt es sich um einen weiteren elementaren Wirbel, der nicht auf bereits bestehende Luft, sondern auf bereits bestehendes Wasser wirkt. Eine Beschwörung liegt auch hier nicht vor, die Wirkung ist mit dem der WINDHOSE nahezu identisch. Es ist also davon auszugehen, dass es sich hier um eine Formel handelt, welcher die Hexalogie der Elemente zugrunde liegt, ergo eine Formula für jedes Element bestehen muss, oder die Formeln im Kern ein und dieselben sind. Einige Kollegen vertreten die Meinung, dass es sich hierbei nur um ähnlich geartete Formulae handelt, ich gehe aber davon aus, dass nicht nur der Kern der Formel, sondern die Formel überhaupt für jedes Element ein und dieselbe ist, wenngleich sie sich bei jedem Element entsprechend seiner Natur unterschiedlich auswirkt. Doch ich möchte nicht ! in eine Erklärung meiner Auffassung der elementaren Hexalogien eingehen, sondern werde dies an anderer Stelle tun.

Tertio: Die Transition des WINDHOSE

Nach langem Studium verschiedener Quellen und intensiver Betrachtung der Thesis beider Formulae, sowie der wirkenden Phänomene und sehr zeitintensiven Experimenten kamen meine Kollegen im Zirkel der Macht und ich zu dem Schluss, dass eine solche Verquickung durchaus möglich ist, ja eigentlich sogar relativ einfach zu bewerkstelligen sein müsste. Zuerst einmal soll überprüft werden, ob die Formel zur Schaffung eines Wirbels für jedes Element dieselbe ist, oder es sich um ähnliche, jedoch je nach Natur des Elements vollkommen anders strukturierte Formulae handelt. Um uns in dieser Frage Abhilfe zu schaffen, versuchten meine Kollegen und ich folgendes: In einer großen Wasserfläche wurde ein WINDHOSE gewirkt, was mit sehr großen Schwierigkeiten verbunden war, aber nach mehren Versuchen gelang.

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Das Ergebnis war beeindruckend: Über dem Wasser bildete sich wie erwartet ein Luftwirbel, unter der - vom künstlichen Wind natürlich aufgeschäumten und rauen - Wasseroberfläche jedoch wurde das Wasser ebenfalls verwirbelt! Dies ist erstaunlich, da es in der Tat bedeutet, dass den Formeln WINDHOSE und MAHSLTROM eigentlich ein und dieselbe Formula zugrunde liegt. Es ist geplant ein entsprechendes Experiment mit dem Element Eis zu wiederholen, sobald der Winter hereinbricht. Nach unserem bisherigen Kenntnisstand muss die Kernformel des WINDHOSE auch auf das Element Feuer wirken. Ergo besteht die nächste Hürde darin, eine ausreichende Menge Feuer zu invocieren, so dass die Formel Wirkung ergreifen kann.

Hierfür kennt der Elementarismus verschiedene Formulae, zu nennen sind der IGNIFAXIUS, eine schnelle, zeitlich sehr begrenzte Herbeirufung einer sehr komprimierten Menge des Elements Feuer, der MANIFESTO, die grundlegende elementare Beschwörungsformel überhaupt, der WAND AUS FEUER, eine großflächige Invocatio mit recht langer Wirkung, und der ZORN DER ELEMENTE, welcher ungeeignet erscheint, da er zu seiner Ausführung bereits eine gewisse Menge des zu beschwörenden Elements benötigt.
Am sinnvollsten erscheint hier der WAND AUS FEUER, da er eine größere Menge - die dennoch vollkommen beliebig bestimmbar ist - eines Elements erschafft. Auch erschafft die Formel das Element in größerer Entfernung vom Zaubernden als es der MANIFESTO tut, ähnlich wie die WINDHOSE, auch in dieser Beziehung scheint mir die Beschwörung vermittels WAND AUS FEUER gut geeignet zu sein. Auf der Basis jener Überlegungen beschloss ich die Kombination eines WINDHOSE mit einem WAND AUS FEUER zu versuchen.

Als nächster Schritt wurde eine kreisrunde Fläche mittels WAND AUS FEUER mit einer Feuersbrunst überzogen. Der Versuch darin eine WINDHOSE zu invocieren scheiterte jedoch, da es sich als sehr schwierig erwies, eine Formel intuitiv modifiziert zu sprechen, während die Wirkung der anderen anhielt. Weitere Versuche mit einem brennenden Holzfeuer erwiesen sich jedoch als erfolgreich. Doch wissen wir, dass ein Holzfeuer immer Luft benötigt, insofern könnte es sich nur um eine Verwirbelung der Luft mit entsprechend an anderen Orten stattfindender Verbrennung und Flammenentwicklung handeln. Einzige Möglichkeit eines eindeutigen Beweises der Wirksamkeit der Kernformel des WINDHOSE auf Feuer wäre die Verzauberung eines Feuers unter vollkommenem Luftabschluss - ein Ding der Unmöglichkeit.

Doch wie so häufig half hier der Zufall zu einer Lösung des Problems: Ein Lehrling an der Akademie war gerade mitten in seinen ersten Versuchen den WAND AUS FEUER erfolgreich zu sprechen. Anstatt einer konzentrierten Beschwörung gelang es ihm nur eine kleine Menge des Elements zu beschwören, da er jedoch darum bemüht war eine möglichst große Fläche abzudecken, war die Wand dünn und durchlässig. An manchen Stellen hatte sie Löcher. Um die Instabilität zu beweisen führte Kedyo Hesindian Puniensis, der anleitende Magus, seine Hand einfach hindurch. Dies ist ein Problem, welchem der unerfahrene Anwender dieses Spruches oftmals gegenübersteht. So erfahren im Umgang mit der Beschwörung des Elements wie die Forschenden waren, blieb ihnen die Lösung des Problems verborgen: Das beschworene Feuer durfte nicht so fest und undurchlässig sein, wie es der WAND AUS FEUER vorsah. Nur wenn es durchlässig war, konnte es durch die Kernformel des WINDHOSE in Bewegung versetzt werden!

Die nächsten Wochen drehten sich die Forschungen nur noch um eine Modifizierung des WAND AUS FEUER, um eine auf eine größerer Fläche verteilte Beschwörung eines Elements zu erreichen. Hier bot sich, wie man erwarten kann, ein Quervergleich mit dem WAND AUS LUFT an. Eine Kombination wäre unsinnig gewesen, da ja nur Luft zusätzlich zum Feuer und der schon vorhandenen Luft beschworen werden würde - eine Verschwendung an Ressourcen, da der neuentstehende Zauber wahrscheinlich sowieso schon Unmengen an Kraft verzehren würde. War die Thesis einmal entsprechend modifiziert, konnte eine Kombination mit der Kernformel der WINDHOSE begonnen werden. Hierbei benötigte allein das Niederschreiben der Kernformel mehrere Wochen, da es extrem schwierig ist, einen druidischen Spruch in der bei Magiern üblichen Notation niederzulegen. Ein komplizierter und kräftezehrender Akt!

Doch sobald es getan war, gingen die Stunden in den Studierzimmern weiter: Die Kombination der beiden Formeln war ein extrem komplizierter und verzwickter Prozess, mussten doch die Anteile beider Formulae sorgsam bedacht sein: Ein zu stark an den WAND AUS FEUER angelehnter Zauber würde das Feuer zu bewegen nicht in der Lage sein, eine zu nahe an der WINDHOSE stehende Kombination würde nur heiße Luft herumwirbeln. Schließlich muss der Aufwand an Kraft genauso im Auge behalten werden.

Quarto: Der FEUERSTURM

Ich kann nicht genauer auf die Geheimnisse der Thesis eingehen, da sie der Geheimhaltung unterliegen. Jedoch sei gesagt, dass unser Bemühen erfolgreich war und die Freie Akademie zu Arkania die erste Eigenentwicklung vorzulegen vermag: Der Kraftaufwand bei der auf den Namen FEUERSTURM getauften Formel ist gewaltig, der Nutzen nur bei entsprechender Größe gegeben. Doch war die Erschaffung dieser Formel trotzdem ein voller Erfolg, beweist sie doch die zumindest teilweise Existenz einer Hexalogie der elementaren Wirbel. Dies könnte Denkanstöße in Betrachtung der anderen Elementarbeschwörungsformeln geben. Die Tatsache, dass der AUGE DES LIMBUS ebenfalls eine Art Wirbel darstellt, aber mit Sicherheit keines der sechs bekannten Elemente beschwört, gibt dieser Feststellung eine ganz neue Dimension...

·F·I·N·I·S·

Postscriptum: Wer über diese Thesis oder ihre Entstehung genaueres wissen
möchte, wende sich an mein Büro oder besuche Arkania.

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Reactio ad »De Daimonibus«
(Opus no.77)
et ad »Reaktion auf den Artikel De Daimonibus«
(Opus no. 78)

von Thundar Hurlemanoff

Zunächst einmal muss ich leider auf die Reaktion meines - von mir persönlich sehr hochgeschätzten und verehrten - Collega Pyriander Di Ariarchos eingehen. Zunächst hielt ich es für einen Scherz des zuständigen Redakteurs, der mir auf meine Nachfrage, ob denn jemand den Autor des Traktates De Daimonibus in die Schranken weisen werde, versicherte, dass Spektabilität Di Ariarchos persönlich dies in der nächsten Ausgabe des Opus tun werde.
Da ich voll und ganz auf die Bildung und Eloquenz des mir persönlich bekannten Collega vertraute, verzichtete ich meinerseits auf eine Stellungnahme. Es zeigte sich aber, dass Pyriander Di Ariarchos augenscheinlich erstens über den offensichtlichen Schwachsinn dieses Artikels zu erregt und andererseits wahrscheinlich mit Arbeit überlastet war - wie sonst sollte man sich die in einigen Punkten doch mehr als unzureichende Antwort bei einem so gebildetem Mann erklären!
Allein die Aussage, dass "...in ... Globulen auch andere Götter existieren können. Und deswegen auch andere Dämonen"!
"...und die siebte Chaos und Brodem, denn wie die erste Sphäre Eins war und ohne Ausdehnung, so war die siebte Sphäre alles und ohne Grenze." (Offenbarung des Nayrakis) und ebendort weiter "So man die Sphären und den Limbus von innen betrachtet, mag man erkennen, dass das, was wir die Siebte nennen, gar keine Sphäre ist, sondern all jenes, was außerhalb der Sphären." Und etwas später: "Also ist es: Die Siebente kennt keine Ausdehnung und kein Maß, nicht in Raum und nicht in Zeit, denn sie war vor LOS, und es ist sein Werk, dass es der Sphären sechse gibt, welche uns beschützen vor der Siebenten." So aber die Dämonen - was nach allgemeinem Consensus so ist - die siebente Sphäre bevölkern, die alles ist, was außen ist, so müssten selbst wenn - ihr Zwölfe verzeiht diesen Gedanken - ein anderer Schöpfer neben LOS auch Sphären geschaffen hätte - was unmöglich ist, denn LOS ist einzig - doch die Kreaturen der Niederhöllen die gleichen sein (soweit man bei ihnen überhaupt von gleich reden kann). Denn sie befänden sich in jedem Falle innerhalb der äußersten Sphäre dieser Schöpfung.

Bestürzt hat mich auch, dass Seine Spektabilität augenscheinlich dem Irrglauben der Magierphilosophie anhängt - warum sie ein Irrglauben ist, werde ich später versuchen dem geneigten Leser darzulegen. Anders kann ich mir jedenfalls die Aussagen zur "Macht eines Gottes" nicht erklären.

Ebenfalls zumindest ungeschickt, wie Di Ariarchos das Konstrukt - fast möchte ich sagen Scholarenbosperano - des Dämonensultans heranzieht. Kontert er doch so die "lächerliche Thesis" mit einer nicht minder lächerlichen.

Zu guter letzt möchte ich Spektabilität Pyriander Di Ariarchos noch darauf hinweisen, dass in dem bewussten Artikel nicht nur die Kirche des PRAios angegriffen wird, sondern vielmehr alle Zwölf Götter, unser gesamter Glaube, ja sogar der Schöpfer selbst und mit ihm die Schöpfung als solches. - Interessanter Gedankengang übrigens, dass ein Mensch als Teil der Schöpfung in einem Traktat vehement Wert darauf legt nichts unversucht zu lassen um "sich selbst ans Bein zu pinkeln" (der thorwalsche Ausdruck sei mir an dieser Stelle verziehen). Womit wir auch gleich eine Überleitung zum Urheber des ganzen Ärgernisses gefunden hätten:

Um es dem geneigten Leser leichter zu machen die Aussagen zu vergleichen, nehme ich in der Reihenfolge, in welcher der Autor seinen Artikel verfasste, Stellung und verwende die selben Unterteilungen.

Praefactio:
Aus dem letztem der oben zitierten Abschnitte aus der Offenbarung des Nayrakis geht eindeutig hervor, dass LOS die sechs inneren Sphären im Gebiet der Dämonen schuf. Was aber ist die Reaktion eines Herrschers, dessen Gebiet teilweise von einem "Eindringling" besetzt wird?
Da LOS und SUMU als einzige durch das Chaos und den Brodem dessen, was wir jetzt die siebte Sphäre nennen, zogen, müssen sämtliche Globulen in den sechs inneren Sphären enthalten sein - somit gibt es auch nicht mehrere Angriffspunkte. Außer natürlich es gäbe Globulen der sechsten Sphäre, die weitere Untersphären mit einem anderem "Alveran" als "Verteidiger" enthielten - was aber entschieden in den Bereich der Gedankenspinnerei ohne Grundlage zu verweisen ist. Alle weiteren Spekulationen dazu sind also hinfällig! HESinde möge mir vergeben überhaupt solche Gedanken zu entwickeln!

Ad Primum: Vom Wesen der Götter
Mal abgesehen von dem hochtrabendem Titel - das Wesen der Götter in knapp 13 (!) Zeilen darstellen zu wollen, erscheint doch etwas überheblich!
Unabhängig davon, ob es sich um Astrale Energie handelt - Fakt ist, dass die Götter diese ihren Dienern in beträchtlichem Maße zur Verfügung stellen können und dies auch tun. Ebenfalls Fakt ist, dass die Götter jederzeit auf Dere eingreifen können - ohne Hilfe von innen.

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Ad Secundum: Vom Wesen der Daimonen
Niemals hat man erlebt, dass die Dämonen dem, der sie rief, wirklich Kraft zur Verfügung stellten. Sie geben verbotenes Wissen, aber die benötigten Energien muss der Magus schon selbst aufbringen. Es mag sein, dass er weniger Kraft benötigt, aber er braucht stets die eigene, geliehene oder geraubte. Ebenfalls Fakt ist, dass Dämonen keineswegs nach Belieben auf Dere eingreifen können. Sie brauchen Hilfe - diese ach so mächtigen Wesen brauchen einen Kulturschaffenden, ein Mitglied der Schöpfung, jemanden, der sie heimlich hereinlässt in die Feste, die sie berennen... Man möge dem Autor diesen polemischen Ausbruch nachsehen.

Ad Tertium: Von der Macht der Götter und Daimonen
Einmal davon abgesehen, dass es den Göttern - wie Pyriander Di Ariarchos völlig korrekt schreibt - anscheinend zwar Mühe, aber keine Probleme bereitet sogar Erzdämonen vom Antlitz Deres zu tilgen. Ebenfalls davon abgesehen, dass die Dämonen nicht aus eigener Kraft eindringen können. Abgesehen davon, dass sie ihren Dienern keine Kraft - in welcher Form auch immer - zur Verfügung stellen können. Und abgesehen davon, dass es müßig ist Kräfte zu vergleichen, für die wir kein Maß haben. Einmal ganz von diesen Dingen abgesehen - und ich will auch nicht noch einmal auf die "1000-Fronten-Theorie" eingehen. Was, wenn wir das also alles außer Acht lassen, was, so frage ich, was benötigt mehr Kraft, Stärke und Weisheit: Aus einem Baum Kohle zu machen oder aus Kohle einen Baum entstehen zu lassen. Und bitte kommt mir jetzt nicht mit solchen Banalitäten und Spitzfindigkeiten wie "Kohle ist ein ausgezeichneter Dünger". Es geht nicht um den Dünger sondern um den Samen!

Ad Quartum: Vom Verhältnis der Götter und Daimonen
Ich verweise auf die Aussagen unter Praefactio um die Frage nach dem "Warum" zu beantworten.

Ad Quintum: Von der Historie der Götter
Primo ist es mir neu, dass Satinav (immer noch) als Gott gezählt wird. Secundo wage ich getrost zu bezweifeln, dass der Autor das Liber Zhammoricam (so er es überhaupt jemals gelesen hat) wahrlich verstanden hat. Es stützt nämlich die sogenannte Magierphilosophie in keinster Weise, sondern mit der Hilfe dieses Werks lässt sie sich vielmehr widerlegen. Aus der Tatsache, dass die Hochkultur der Echsen einige mächtige Wesen - die sehr viel ihrer Macht eingebüßt haben - als Götter kannten und anbeteten, zu schließen, dass fehlende Anhänger den Machtverlust der selben bis hin zum "sterben" bedeutet, ist ein weitverbreiteter Trugschluss. Es gibt mehrere Spalten, in die man die "Echsengötter" einteilen kann, wenn man sie nach ihrer momentanen Macht einteilt. Da wären zunächst einmal die Göttinnen HESinde und TSA, die auch von den Echsenwesen richtig als Göttinnen erkannt wurden. Sie sind "immer noch" Göttinnen (mögen SIE mir diesen Ausdruck vergeben). Sodann solche Wesen wie Satuaria oder Satinav, die zwar wohl ihre Macht behalten haben, aber von uns nicht als Götter gesehen werden. Dann Pyrdacor, der seine Macht mit seinem Karfunkel verlor. H'rangar oder auch Charyb'yz, die wir als Erzdämonin erkannt haben. Und zu guter letzt einige der sogenannten sterbenden Götter, die überhaupt keine Macht mehr besitzen und wofür wir die wahren Gründe nicht kennen - waren es einfach mächtige Sterbliche Wesen oder haben sie wie Pyrdacor einen entscheidenden Kampf verloren? Ein breites Spektrum an Macht dafür, dass offensichtlich von der Zahl oder der "Glaubensintensität" der entsprechenden Anhänger unabhängig zu sein scheint.

Conclusio
Lassen wir uns gedanklich doch einmal auf das Experiment ein, dass Anhänger Macht bedeuten, also Glaube Macht ist. So frage ich mich: Wer glaubt denn nicht an die Erzdämonen? Und an ihre unendlichen Heerscharen? Jedes Volk kennt sie, fast jedes Lebewesen fürchtet sie. Ich möchte in diesem Zusammenhang die Lektüre des Traktats "Die Angst" empfehlen, in dem es Archon Megalon (von dessen Methoden ich mich hiermit deutlich distanzieren möchte) zweifelsfrei nachzuweisen gelingt, dass Angst fast die sprichwörtlichen Berge versetzen kann. Somit wäre also - unter dem Zugeständnis der Richtigkeit der "Magierphilosophie" die Machtquelle der Dämonen geortet und die Conclusio ad absurdum geführt.

Mir bleibt allein dem Autor dringend anzuraten sich entweder eine Beschäftigung zu suchen, die seinem Intellekt angemessener ist (Holzhacken zum Beispiel), oder aber sich in die Ruhe und Abgeschiedenheit eines Klosters der Hl. Noiona zurückzuziehen und dort seine Theorien weiter zu entwickeln.

Magus Thundar Hurlemanoff
Absolvent der Academia Arcomagica
Scholaque Arcania Puniensis
- zur Zeit auf Reisen -

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Markus Penz
(22.10.2000)
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