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Fragen zur Thaumaturgie

Bei der Entzauberung eines Artefaktes durch DESTRUCTIBO (MA S.199) wird erwähnt, daß die Auflösung des ARCANOVI die Probe um 1 erschwert. Ist es auch möglich, nur die Wirkenden Sprüche zu bannen, so daß man den übrig gebliebenen Bindenden Spruch wieder mit anderen Zaubern anfüllen kann (ohne daß permanente ASP-Kosten entstehen)?
Da der DESTRUCTIBO eine radikale Entzauberung ist, die alle Astralkraft mit Stumpf und Stiel auflöst, muß die Antwort Nein lauten. Selbst wenn es gelänge, einen differenzierteren Entzauberungsspruch zu schaffen, so würde dies für eine Arkanogenese ohne ARCANOVI keinen Nutzen bringen, da der ARCANOVI eine metamagische Formel ist, der immer nur für eine bestimmte Spruchkombination wirkt.

Kann man einen bereits verzauberten Gegenstand (Zauberstab, Druidendolch, Schwarzes Auge) ein zweites Mal verzaubern?
Der Akt der Arkanogenese schafft ein Artefakt, das im magietechnischen Sinn vollendet und abgeschlossen ist. Somit ist es nur mächtigen Meisterpersonen möglich, die Matrices eines Artefaktes zu verändern. Bei Ritualgeräten der Zauberkundigen gilt dies eingeschränkt: In diesem Fall ist die ARCANOVI-Probe zusätzlich um 5 Punkte erschwert, dafür ist die Impensation um einen Punkt reduziert (denn diese Gegenstände haben bereits eine Affinität zur Verzauberung). Eine Beseeltheitsprobe ist nicht fällig. Der APPLICATUS läßt sich übrigens in allen Fällen problemlos anwenden (sein Muster wird nur draufgesetzt, nicht eingewirkt), ebenso der INFINITUM, der sich ohnehin über alle gewöhnliche Magie hinwegsetzt...

Zauberstäbe sind scheinbar beseelt. Wie steht es da mit anderen magischen Gerätschaften?
Alle Ritualinstrumente der Zauberkundigen können als beseelt angesehen werden. Bei ihrer Erschaffung werden sie praktisch Teil des Zauberkundigen und sind von dessen Geist und Willen erfüllt (man kann die LO mit 20+ beziffern), so daß sie nie gegen den Willen ihres Herren handeln und auch nur diesem dienen (Ausnahme ist die Knochenkeule, MDSA S.80).

Verlieren magische Artefakte nach dem Tod ihres Schöpfers ihre Kraft (Krieg der Magier, S. 67)?
So es sich um Ritualinstrumente handelt, ja (wobei in diesem Sinne auch Vertraute zu diesen persönlichen Artefakten gezählt werden, da sie ihrer Meisterin in den Tod folgen). Bei gewöhnlichen Artefakten (auch monophilen) für gewöhnlich nicht. Aufgrund besonderer Umstände kann es allerdings geschehen, daß beim Tod eines Thaumaturgen all seine Artefakte aktiviert werden (Meisterentscheid).

Wenn ein Gegenstand mittels APPLICATUS oder ARCANOVI verzaubert und dann zerteilt wird, bleibt der Zauber dann in den Teilen erhalten oder wirkt er erst, wenn alle Teile wieder zusammen sind?
Dies läßt sich allgemein nicht beantworten, sondern hängt vom jeweiligen Artefakt, der Art der Teilung und dem Meister ab. Ein magischer Kamm, der einen Zinken verliert, dürfte auch weiterhin noch magisch sein (der Zinken nicht), während ein druchgebrochenes SENSATTACCO-Schwert seine Zauberkraft so lange verliert, bis es wieder (am besten von einem Zauberkundigen) sauber zusammengeschmiedet wird. Allgemein gilt, daß der APPLICATUS für Zerstörungen leichter anfällig ist, und in diesem Fall meist den gespeicherten Zauber auslöst.

In MA S. 192 heißt es, daß für den Auslöser des Artefaktes keine zusätzlichen Sprüche (z.B. ODEM ARCANUM) eingebunden werden müssen. Warum hat Satinavs Ring aus Der Krieg der Magier S. 16 dann einen EIGENSCHAFTEN SEID GELESEN als Auslöser?
Prinzipiell gilt tatsächlich, daß für den Auslöser des Artefaktes keine zusätzlichen Sprüche eingewirkt werden müssen, der Auslöser ist bereits im Bindenden Spruch enthalten. Bei Satinavs Ring muß man sagen, daß es sich entweder um eine Sonderkonstruktion Borbarads handelt, oder aber Hadmar Wieser einfach einen Fehler begangen hat (laut Thomas Römer ist in dem Abenteuer magietechnisch einiges falsch gelaufen).

Kann man Elfenlieder, Druidenrituale, Hexenflüche, etc. in ein Artefakt binden?
Alle metamagischen Formeln (ARCANOVI, REVERSALIS,...) wirken nur auf echte Zaubersprüche, die magischen Ritualhandlungen sind eigene Ausformungen der Magie, die mit der Spruchzauberei nicht "kompatibel" ist.. Einzige Ausnahme sind hierbei die Hexenflüche (man bedenke, daß Sprüche wie ZUNGE LÄHMEN aus Flüchen entstanden sind). Sie können von einer Hexe mit ARCANOVI 10+ als Wirkende Sprüche eingebunden werden.

Ist es möglich in ein Artefakt einen ARCANOVI als Wirkenden Spruch einzubinden, so daß bei Auslösung ein anderes Artefakt geschaffen werden kann?
"Metamagische Applikation auf einen - identischen oder differenten - metamagischen Cantus ist impossibel."

Robak von Punin

Ein Bindender Spruch kann in kein Artefakt gebunden werden, da die komplexe Matrix dieser Zauber nicht eingefroren werden kann. Im Falle des REVERSALIS, der ebenfalls eine Metamagie ist, kommen wir zur nächsten Frage:

Gilt ein REVERSALIS FULMINICTUS oder ein anderer reversierter Spruch, der in ein Artefakt gebunden wird, als ein Spruch oder als zwei Sprüche?
Der REVERSALIS dreht den Wirkenden Spruch um, bevor dieser in das Artefakt eingebunden wird, und verschwindet dann wieder. Es wird also nur ein (umgedrehter) Spruch eingebunden. Betrachtet man sich den Vorgang mit einem OCULUS ASTRALIS, erkennt man, wie der REVERSALIS die Matrix des Spruchs invertiert und sich selbst schon aufgelöst hat, wenn der invertierte Spruch in die ARCANOVI-Matrix fährt.

Können auch verderbliche Gegenstände (magische Apfeltorte) oder gar Lebewesen mittels ARCANOVI verzaubert werden.
Theoretisch ist beides möglich, da der ARCANOVI ja in Wirklichkeit keine Magica Transformatorica, sondern Metamagie ist, so daß eine Anwendung auf Humus machbar ist. In der Praxis ist es allerdings noch nicht gelungen, Lebewesen zu hermetisieren (so daß Kuriositäten wie das Schwein des ewigen Fleisches aus der Feenwelt kommen müssen...). Wendet man bei der Verzauberung verderblicher Materialien einen zusätzlichen permanenten ASP auf, so ist das Artefakt vor Zerfall geschützt.

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