Neue Kund und Nachricht vom Immerwährenden Hort der Hesindianischen Gaben Hesinde-Spiegel

Magazin der Gelehrten und Weisen, Nachrichtenblatt der Akademien und Schulen, Blatt der Weisheiten, Medium der Hohen Herrin Hesinde und Organ der Magisterin der Magister aus den Heiligen Hallen zu Kuslik
Preis der Weisheit: 5 Golddukaten

Mada und der Namenlose
Aus den Chroniken von Ilaris, Bd. II, um 800 BF, kommentiert von Spektabilität Torben Griebeck, Edler von Nostria. Als Mahnung vor Irrglauben und falschen Pfaden.

Als die zwölf Götter1 zum Leben erwachten2, begannen sie, das Reich zu erforschen, über das sie herrschen sollten3. Sie bewanderten das feste Land Deres, erkundeten die zweite Sphäre und stießen dort auf die Elementarherren4. Ingerimm machte sich Feuer und Erz untertan, Firun das Eis, Peraine den Humus und Efferd Wind und Wasser5. Nur über den Elementarherren der Kraft vermochte keiner der Zwölfe zu triumphieren. Er widerstand den Zwölfen und wies sie stolz zurück. Dies erzürnte die Götter sehr und Praios schwor der Kraft Rache. Mit seinen Alveraniaren belagerte er die Feste des Elementarherren. Ihn störte besonders, daß andere Götter Elemente bezwungen hatten und er leer ausgegangen war.6
Hesinde indes hatte eine mutige Tochter namens Mada, die das Wissen ihrer Mutter und die Schläue ihres Onkels Phex in sich vereinte. Eines Nachts schlich sie sich in die Feste und zerstörte den Kristall der Kraft, den Fokus der Macht des Elementarherren7. Die schützenden Bannzauber fielen und die Alveraniare strömten in die Feste. Bald stand Praios über dem besiegten Elementarherren. Doch sein Sieg war getrübt. Ohne den Kristall konnte er über die Kraft nicht herrschen. Und Mada hatte die Kenntnisse der Kraft schon ihren sterblichen Freunden gebracht.8 Darob war Praios sehr erzürnt und befahl Phex, die ungehorsame Mada an ein einsames Licht am nächtlichen Himmel zu binden.9
Den Elementarherren der Kraft erwartete hingegen ein viel schrecklicheres Schicksal. Die Zwölfe raubten ihm seinen Namen, zerstörten und zerstreuten ihn in alle Winde. Denn sie fürchteten die Rache des mächtigsten Elementarherren. Namenlos wurde der Elementarherr verstoßen und namenlos blieb er. Als der Namenlose gewann er einen neuen Namen, schuf sich unter den Sterblichen eine große Schar von Anhängern und verband sich mit den Dämonen, um gegen die Zwölfe zu kämpfen.10
So endete das Goldene Zeitalter11 und ein Finsteres12 begann.
Es heißt, daß der Name des Elementarherren nicht ganz verloren ist. Mada, die als einziges göttliches Kind einen Blick in den Kristall der Kraft hatte werfen können, soll ihn aufgeschrieben und an sicheren Orten versteckt haben.13 Doch dieses Wissen ist geheim. Niemand soll davon wissen und niemand weiß, wo Mada den Namen versteckt hat.

Ralf D. Renz / Anton Weste

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