Neue Kund und Nachricht vom Immerwährenden Hort der Hesindianischen Gaben Hesinde-Spiegel

Magazin der Gelehrten und Weisen, Nachrichtenblatt der Akademien und Schulen, Blatt der Weisheiten, Medium der Hohen Herrin Hesinde und Organ der Magisterin der Magister aus den Heiligen Hallen zu Kuslik
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Analyse magischer Artefakte

"Ad hoc zu diagnostizieren: Rehermetisierendes Kadunom mit hexaphonischem Cantus. Präzise: drei kollektierte Canti, similare Formeln jeweils doppelt vorhanden. Primo: Limpide Radialstruktur einer antiken gildenmagischen Contraria. Secundo: Specimenlimitierte Controllaria albischen Ursprungs. Tertio et Conclusio: Interhexalogische, vermutlich solarluminöse Invocatio von ebenfalls antiker gildenmagischer Varianz. Die Submatrices aller canti effectioni sind deutlich den heptasphärischen Kräften diametral gesetzt, so daß die Destination des Artefakts klar bei der daimonischen Exvocatio liegt.
Zweite Visitation: Die Canti effectioni sind (jedoch nicht sine dubio) identifiziert. Primo: Unbekannte Contraria, die Sphärenwesen die immanente conjunctio zu ihrer Domäne raubt und sie derart paralysiert. Secundo: Auf Daimonen beschränkter BAND UND FESSEL-Cantus. Tertio: Der verlorengegangene SONNENLICHT-Cantus. Ein den Matrixgebern analoges Implement ermöglicht eine lediglich kraftaufwendig Rehermetiesierung, die die Kenntnis der Wirkenden Sprüche nicht voraussetzt."

Arkane Visitation des Sonnenrings (Drakhard der Geisterschmied, um 10 v.BF) durch Praiowine Westfar,
Institut der Arkanen Analysen zu Kuslik

Weit häufiger als die Herstellung eines Artefakts kommt im Spiel die Analyse eines solchen vor, weswegen dieser auch ein eigenes Kapitel gewidmet werden soll.
Die Anwendung eines ANALÜS bei einem Artefakt ist entgegen anderer Anwendungsmöglichkeiten - das Erkennen eines bestimmten Zaubers - ein zeitaufwendiges und schwieriges Unterfangen - geradezu die Königsdisziplin der Magica Clarobservantia.

ODEM ARCANUM
Mit dem ODEM ARCANUM kann mit einer einfachen Probe Vorhandensein und ungefähre Intensität der Kraft im Artefakt festgestellt werden. Gelingt der ODEM ARCANUM gar um so viele Punkte, wie auch die Probe zur Herstellung des Artefakts erschwert war, so offenbart das Artefakt alles, was mit dieser eher simplen Clarobservantia erkannt werden kann: Verteilung der Zauberkraft innerhalb des Gegenstandes, externe Kraftlinien und -fäden, die auf eine außerhalb liegende Kraftquelle hinweisen, unter Umständen sogar ein Pulsieren der Kraft, was auf Beseeltheit schließen läßt. Meist wird der ODEM ARCANUM als vorbereitender Zauber für den ANALÜS gesprochen.

ANALÜS ARCANSTRUKTUR
Die essentielle Formel jeder magischen Analyse kann (wie auch der OCULUS ASTRALIS) die Struktur der Zaubermatrix bis in die feinsten Verästelungen erkennbar machen, so daß das ganze Artefakt komplett durchschaubar ist. Natürlich hängt es von den Fähigkeiten des Analytikers und der Komplexität des Artefakts ab, wie lange es dauert, bis es komplett entschlüsselt ist. In den Krypten von Magierakademien und Hesindetempeln liegen so manche Artefakte, die schon Generationen von Magiern beschäftigt haben und doch noch nicht komplett dekodiert sind.

Offensichtliches
Das erste, was jeder Analytiker erkennt, ist der alle anderen Matrices umfassende Bindende Spruch: Selbst ein Studiosi vermag für gewöhnlich zu erkennen, ob dem Artefakt ein APPLICATUS, ARCANOVI oder gar INFINITUM zugrunde liegt. Ist das Artefakt vor allem von einem Spezialgebiet oder einer Zauberart durchdrungen, schimmert diese vielleicht auch noch durch. Trägt das Artefakt ein Siegel (siehe HS 5) wird dies ebenfalls sofort erkannt.

Hierzu bedarf es einer einfach gelungenen Probe. Jeder ANALÜS kann durch folgende Faktoren erleichtert sein:

-1für jeden bei einer vorbereitenden ODEM ARCANUM-Probe übriggebliebenen ZF-Punkt.
-1für jede Stunde, die der Zauberer sich ununterbrochen auf das Artefakt einstimmt, maximal -3
-1für jeden Punkt über TaW 10, den der Hellseher in Magiekunde aufweist.
-1wenn der Hellseher in Besitz einer Kristallkugel ist.

Mit ein wenig mehr Finesse sind die grundlegenden Komponenten des Artefakts offensichtlich: Anzahl, Spezialgebiet und Ursprung der gespeicherten Sprüche (Wirkende Sprüche, die der Hellseher beherrscht, kann er als solche benennen), exakte Präservanz und wie viele ASP permanent in ihm gespeichert sind. Zudem kann hier bereits die Matrix einer über allem liegende Besessenheit ausgemacht werden, eine Beseeltheit jedoch nur bei besonders starken Astralseelen.
In manchen Artefakten gibt es Spruchmatrixen, die anderen untergeordnet sind oder aber Kraftfäden, die sich im ruhenden Zustand befinden. Diese können (nach Maßgabe des Meisters) erst bei besser gelungenen Proben entdeckt werden.

Für oben genannte Erkenntnisse, wird der ANALÜS wie folgt erschwert:
+3falls das Artefakt beseelt oder besessen ist.
+5(maximal) nach Entscheidung des Meisters für besondere Komplexität, INFINITUM, hohes Alter, magische Materialien, gänzlich fremdartige (z.B. echsische) Magie usw.
+7falls das Artefakt mißlungen ist.

Verborgenes
Dringt man weiter in das Wesen des Artefakts vor, kann man schließlich alles Wichtige zu seiner Anwendung erkennen: Art der Aktivierung, genaue Wirkung der gespeicherten Magie. Zudem kann bei einer Beseeltheit die Grundmotivation und die Loyalität der Seele in etwa eingeschätzt werden, sowie die Art von manchen verborgenen Parenthesen erfaßt werden.

Der ANALÜS wird zusätzlich erschwert:
+1für jeden Punkt, um den auch die Probe zur Erschaffung des Artefakts erschwert war.
+1bei Beseeltheit für jeden Punkt MR, den die Artefaktseele besitzt (jedoch nur, wenn sich das Artefakt gegen die Analyse wehrt).

Komplette Entschlüsselung
Hat man den ANALÜS so gekonnt gewirkt, daß alle noch so filigranen Matrixfäden aufgedeckt werden, dann ist das Artefakt komplett entschlüsselt. Der Hellseher weiß nun alles (oder gar noch mehr), was der Hersteller wußte. Die Thesis zur Erschaffung wird ebenso offenbar wie sämtliche Verborgenheiten. Auch ohne Siegel weiß der Analytiker nun, wer das Artefakt geschaffen hat, wenn er dessen Matrices kennt.

Beschreibung

Die Anordnung von Kraftknoten, Matrixfäden und astralen Schwingungen, wie sie mittels ANALÜS zu erkennen sind, geben sowohl Meister als auch Spieler die Möglichkeit einer freien und ausgiebigen Beschreibung. Vor allem kann der Spielermagier hier sein gepflegtes und unverständliches Magierbosparano von sich geben. Im Zweifelsfall sollte das magisches Gesicht der Artefakte immer phantasievoll beschrieben werden, damit es nicht nur auf simple Angaben wie "Also, da sind zwei fette IGNIFAXIUSSE drin, mit denen Feinde gebrutzelt werden können, wenn einer den Ring am Finger dreht." hinausläuft. Stimmungsvolle Beispiele für solche Analysen finden sich in den Abenteuern Der Krieg der Magier und Pforte des Grauens.

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