Zusammenfassung: Diskussion Planastrale (03.06.00 bis 26.06.00)

von Olaf Michel (Die Aussagen wurden von mir sinnwahrend gekürzt oder veränderd), chronologisch sortiert

 

Anlass:

Anlass zur Diskussion war Kristians Aussage, dass der Planastrale wahrscheinlich aus dem offiziellen Codex genommen werden würde.

 

Diskussion:

(Magnus Hermann):  Ich würde eher sagen, dass wir den Planastrale im Codex lassen, da Spieler ihn schon können. Es sollte nur ergänzt werden, welche Gefahren mit dem Zauber verbunden sind und welche Strafe in zivilen Ländern auf die Anwendung steht. Verbote und Gefahr haben noch nie einen Magier gehindert einen Spruch zu zaubern ...

(Olaf Michel): Ich finde auch, dass der Zauber im Codex bleiben sollte. Mit den offiziellen Angaben zur Gefährlichkeit sollte jedem Spielleiter genügend Mittel gegeben sein, um einen eventuellen Mißbrauch (z.B. AE-Regeneration im Limbus) von Spielerseite her entgegenzutreten.

 

(Thomas Stauffer): Hat sich schon einmal jemand überlegt, wie man Magier, die durch einen gepatzten Transversalis oder ähnliches im Limbus sind, wieder zurück holen kann ? Wenn ein Patzer nun schon ein Todesurteil bedeutet, fände ich das nicht  sonderlich gut.  Das heißt, dass es noch Magier geben soll, die den Planastrale anwenden können. Da ja die grossen Oberhäupter sich den sicher habe n löschen lassen, kann man also nur auf eine Handvoll eher unbekannter Magier hoffen, die einen retten können ...

(Lars Blumenstein): [zum Patzer=Todesurteil] Ich mein, es ist schließlich ein Patzer ! Die haben leider die lästige
Angewohnheit, immer schlecht für ihren Hervorbringer zu sein. Und verschollen im Limbus heißt ja nicht unbedingt gleich tot. Da muß man als Meister halt improvisieren und sich was ausdenken, wenn man den Charakter seines  Spielers nicht über die Klinge springen lassen will. 

[zum Wissen vom Planastrale] Ich glaube eher, daß die großen Oberhäupter sich den Zauber haben gerade nicht entfernen lassen, damit es in der Grauen und der Weißen Gilde noch "aufrechte" Magier gibt, die im Notfall eingreifen können. Das Punin den Spruch vom Lehrplan gestrichen hat und die Forschung über Limbusexploration nicht mehr betrieben wird, heißt ja nicht, daß sie nicht noch min. einen Experten auf diesem Gebiet besitzen.

(Thomas Stauffer): Solange der Planastrale beherrscht wird, sollte der Zauber nicht gestrichen werden. Es sollten eher die Sekundäreffekte besser ausgearbeitet werden, damit der Spieler gar nicht erst auf die Idee kommt den Spruch aktiv zu beherrschen.

Die Redaktion hat auch Beherrschungszauber erschaffen und damit der Endgegner nicht gleich mit einen Zauber unfähig wird, hat jeder sein MR-Artefakt. Wenn diese unschöne Lösung funktioniert, warum soll es dann für den Planastrale keine Lösung geben ?

[zum Wissen vom Planastrale] Jemand hat schon mal verlauten lassen, dass ein Magier der den Planastrale beherrscht, bestimmt ein gefundenes Fressen für die Inqusition wäre. Ich kann mir also nicht vorstellen, dass die Oberhäupter den Spruch noch beherrschen.

(Lars Blumenstein): Ich finde, dass die ganze Dämonenpräsenz im Limbus (nicht nur in den Schwarzen Landen) schon vollkommen ausreicht, um nicht “mal eben so” in den Limbus zu gehen. Das ist viel zu gefährlich.

Die Sekundäreffekte hat die Redaktion ja bereits mit ihrem Artikel über die verschwunden Magier präsentiert. Wie es scheint, hinterlassen die Anwender des Spruches im Limbus eine Spur (temporär?), die verfolgt werden kann. Wenn dem so ist, so muß man als Magier damit rechnen, nach Anwendung des Spruches noch mal Besuch zu bekommen. Das schreckt sicherlich  schon einige Leute ab, ihn anzuwenden. Nur wenn der Magier ausreichend mächtig (Meisterpersonen) oder geschützt ist (Akademie) kann er den Spruch relativ gefahrlos anwenden.

Gerüchte, Andeutungen , Paranoia und Furcht sollten die Mittel der Wahl sein, die Anwendung des Planastrale zu unterbinden. Sollten dann die Spieler doch auf die Idee kommen, Limbus zu reisen, dann passiert nach Wahl des Spielleiters entweder gar nichts (wenn er einen guten Tag hat) oder gibt es ihm so richtig dicke.

[zum Wissen vom Planastrale] Aber auch da gibt es bestimmt einen Dispens für die Weiße /Graue Gilde, um gegen Schwarzgesindel vorgehen zu können.

(Sascha Schnetzer): Die Bemühungen der Redaktion haben durchaus ihre Berechtigung: Zur Zeit ist es sehr unruhig im Limbus; da kann man den Planastrale auf aventurischer Seite mit gutem Gewissen bannen. Es ist momentan einfach zu gefährlich, ein Tor in dem Limbus zu öffnen. Das heißt aber meines Erachtens nicht, den Planastrale komplett aus dem Codes zu streichen (die Sieben Formeln der Zeit gibt es ja auch). Vielmehr müßten die Zugangsvorraussetzungen und Meisterhinweise deutlich machen, dass es nur noch den erfahrensten (NSC-)Magiern vorbehalte bleiben sollte, diesen Zauber zu wirken.

[zum Transversalis] Jeder halbwegs vernünftige aventurischer Magier wird zukünftig davor zurückschrecken, den Transversalis zu benutzen, um von A nach B zu kommen. Als Spieler weiß man zwar, wie unwahrscheinlich ein Patzer ist, der Held aber nicht. Der Held weiß nur, dass solche Fälle auftreten können und diese recht selten sind. Doch die Gefahr, dauerhaft im Limbus zu bleiben, ist für den Aventurier  zu hoch. Nur ein Spieler (und ein Dämonenfreund) wir dieses Risiko verachten. Kommt es dennoch zum Unausweichlichen, dann liegt es beim Meister eine passable Lösung zu finden: Der Limbus ist noch kein Todesurteil.

(Philipp Wittmann):[zum Patzer=Todesurteil] Ich finde wirklich, daß sich hier der Spieler etwas einfallen lassen kann und sollte (vom Dämonenpakt bis zur Portalsuche). Ein Patzer kommt sowieso relativ selten vor, und dann sollte das auch Konsequenzen haben...

[zum Wissen vom Planastrale] Ich denke einmal, daß die Zauber nur bei "Mißbrauchern" gelöscht wurden, nicht jedoch bei respektablen Gildenmitgliedern. Die Spektabilitäten verfügen sehr wohl noch über das Wissen - nur ist es  nun fast unmöglich, es aus ihnen herauszulocken.

(Benjamin Scala): [zum Transversalis] Zumindest beim Transversalis müßte man sich genauer überlegen, inwiefern die Kenntnis von den Gefahren übehaupt verbreitet ist.

Halten wir doch mal fest, wie wenig Magier es in Aventurien gibt. Wie wenige davon den Transversalis beherrschen. Wie selten ein Patzer vorkommt. Und wenn einer vorkommt, werden nur sehr wenige wieder zurückfinden und berichten können. Außerdem ist der Informationsfluß in Aventurien bei weitem nicht so gut wie der hier bei uns (man wird eben nicht in der Tageszeitung lesen können, daß mal wieder ein Magier in den Limbus geschleudert wurde).
Ich meine, daß es viele Magier geben könnte, die diese Gerüchte um Gefahren beim Transversalis als Aberglaube oder Magierlegende abtun!!

Und für eine Entmaterialisierung ohne späteres Auftauchen des Magiers kann es unzählige Erklärungen geben - und nicht alle enden mit dem Tod des Magiers.
Sind die Kenntnisse um die Gefahren des Transversalis wirklich so verbreitet, wie wir manchmal annehmen?

(Phillip Wittmann): [zur Bekanntheit der Gefahren des Transversalis] Sicherlich eine interessante Überlegung... Ich denke zwar, daß sich besagte Hiobsbotschaften wie ein Lauffeuer verbreiten (und zwar quer durch die Gilden), aber trotzdem ist es unwahrscheinlich, daß der Hofmagus von Andergast oder der Khom-reisende Magus immer auf dem neuesten Stand ist...

 

(Erik Itter): Ich sehe es auch, so dass die Dämonenpräsenz im Limbus ausreicht, um den Planastrale gefährlicher zu machen.  Der Planastrale sollte weiterhin im Codex bleiben.

(Thomas Stauffer): Es scheint als müssen wir (oder egal wer auch sonst) verantwortlich fühlen, dass mit Zaubern kein Unsinn getrieben werden darf. Ist die DSA Fangemeinde denn so beschränkt, dass sie nicht selber entscheiden kann was für die eigene Gruppe denn sinnig und unsinnig ist. Der letzte Bote hat bei mir jedenfalls das Fass beinahe zum  überlaufen gebracht. Da steht doch tatsächlich im Salamander an mehreren Orten "Die ist nur ein Vorschlag".
Können wir das nicht mehr selber entscheiden muss das tatsächich immer wieder erwähnt werden?

Vielleicht hat auch schon einmal daran gedacht das es Spielgruppen gibt die mit dem Planastrale umgehen können, d.h. nicht einfach sinnlos anwenden. Bei uns jedenfalls wird z.B. nicht einfach immer der Desintegratus angewendet
wenn man irgendwo nicht reinkommt. Zuerst wird einmal überlegt ob denn Mutter Dere wirklich geschädigt werden muss. So steht's doch auch in der MDSA: "Zuerst die Selbstprüfung".

Wenn eine Gruppe damit nicht umgehen kann, dann müssen wir doch nicht dafür sorgen, dass allen nun den Spass verdorben wird, oder?

(Magnus Hermann): [zur vorherigen Nachricht] Vollste Zustimmung!

 

 

Fazit:

Fast alle an der Diskussion beteiligten sprachen sich für eine Beibehaltung des Planastrale im Codex aus, die anderen äußerten sich nicht darüber.

Der Hauptteil war der Ansicht, dass die beschriebenen Gefahren (Dämonenpräsenz, Spur im Limbus) ausreichen, um dem Spielleiter genügend Mittel gegen den mißbrauchenden Spieler in die Hand zu geben.

 

(Stand: 26.06.00)